Was ist mein Haus wert?
Wie der Immobilienwert aus echten Vergleichsabschlüssen entsteht, warum Online-Bewertungen abweichen und was eine kostenlose Einschätzung leistet. Zur Immobilienbewertung

Immobilienbewertung in Wolfenbüttel
Ratgeber
Fast jeder Verkauf beginnt mit derselben Frage: Was ist mein Haus wert? Wer sie mit einem Online-Rechner beantwortet, bekommt eine Spanne aus Durchschnittswerten - und die kann in Wolfenbüttel je nach Lage, Baujahr und Zustand um mehrere zehntausend Euro danebenliegen.
In diesem Ratgeber steht, wie eine Immobilienbewertung tatsächlich zustande kommt, welche drei Verfahren es gibt, wann ein Verkehrswertgutachten nötig ist und welche Unterlagen Sie dafür brauchen. Ausführliche Beiträge zu den einzelnen Themen kommen nach und nach dazu.
Den Immobilienwert ermitteln heißt vergleichen - nicht schätzen.
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Passend dazu: Immobilienbewertung Wolfenbüttel · Verkehrswertgutachten
Themen
Jede führt zu einer Seite, auf der das Thema ausführlich steht - mit dem, was in Wolfenbüttel und im Landkreis tatsächlich zählt.
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Vor Gericht, beim Finanzamt und in der Erbauseinandersetzung zählt nur ein Verkehrswertgutachten. Wann Sie eines brauchen - und wann nicht. Zum Verkehrswertgutachten
Grundbuchauszug, Flurkarte, Energieausweis, bei Wohnungen die Unterlagen der Eigentümergemeinschaft - welche wofür gebraucht werden. Zum Hausverkauf

Verfahren
Wie eine Immobilie zu bewerten ist, steht nicht im Belieben des Bewertenden - die Immobilienwertermittlungsverordnung kennt drei Verfahren. Beim Vergleichswertverfahren wird der Wert aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Objekte abgeleitet: gleiche Lage, vergleichbares Baujahr, ähnliche Größe und Ausstattung. Für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ist es das aussagekräftigste Verfahren, weil es abbildet, was der Markt zuletzt gezahlt hat. Die Daten dafür kommen aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses - also aus beurkundeten Verträgen, nicht aus Inseraten.
Zwei Begriffe werden dabei regelmäßig verwechselt. Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert je Quadratmeter Grund für eine Zone; er sagt nichts über das Gebäude darauf und nichts über Ihr konkretes Grundstück. Der Verkehrswert dagegen ist der Preis, der bei einem Verkauf im gewöhnlichen Geschäftsverkehr am Stichtag zu erzielen wäre - Gebäude, Zustand, Lage und Rechtslage zusammengenommen. Und beides ist wieder etwas anderes als der Angebotspreis, mit dem eine Immobilie in die Vermarktung geht: Der liegt in der Regel bewusst etwas darüber, weil Käufer verhandeln wollen. Wer diese drei Zahlen durcheinanderbringt, hält den Wert seiner Immobilie entweder für zu hoch oder verkauft unter Wert.
Das Ertragswertverfahren gilt für vermietete Objekte und Mehrfamilienhäuser: Grundlage ist der Reinertrag, also die Jahresmiete abzüglich der nicht umlagefähigen Kosten, kapitalisiert über den Liegenschaftszinssatz. Für einen Käufer ist ein Renditeobjekt eine Geldanlage - er rechnet mit dem, was das Haus abwirft, nicht mit dem, was es gekostet hat. Das Sachwertverfahren rechnet von den Herstellungskosten des Gebäudes rückwärts, abzüglich Alterswertminderung, und addiert den Bodenwert; es kommt zum Einsatz, wenn es zu wenige Vergleichsfälle gibt - bei besonderen Objekten oder in dünn besiedelten Lagen. In der Praxis wird oft mehr als ein Verfahren gerechnet und das Ergebnis gegeneinander geprüft: Weichen Vergleichs- und Sachwert stark voneinander ab, ist das selbst eine Information - meist über den Zustand oder über einen Markt, der sich gerade bewegt. Online-Rechner arbeiten fast immer nur mit dem Vergleichswert und mit einem groben Datensatz; genau daher kommen die Spannen von mehreren zehntausend Euro.
Ein Online-Rechner kennt nur eines dieser Verfahren - und selten das richtige.
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Einflussgrößen
Die größte Einzelgröße ist die Lage, und zwar in zwei Stufen: die Gemeinde und die Straße. Innerhalb einer Stadt können Bodenrichtwerte um ein Vielfaches auseinanderliegen. Danach kommen Grundstücks- und Wohnfläche, Baujahr und Zuschnitt - ein Haus mit schlechtem Grundriss verkauft sich schlechter als eines mit derselben Fläche und klarer Aufteilung.
Stark unterschätzt wird der energetische Zustand. Seit dem Gebäudeenergiegesetz fragen Käufer und Banken gezielt nach Heizung, Dämmung und Fenstern; eine Ölheizung von 1998 mindert den erzielbaren Preis spürbar, eine neue Wärmepumpe hebt ihn. Der Energieausweis ist beim Verkauf ohnehin Pflicht und muss schon in der Anzeige stehen - wer ihn erst zur Besichtigung besorgt, verliert Zeit und Interessenten. Dazu kommen Sanierungsstand, Belastungen im Grundbuch wie Wegerechte, Nießbrauch oder ein eingetragenes Wohnrecht, und die aktuelle Nachfrage: Wie viele vergleichbare Objekte stehen gerade zum Verkauf, und wie lange liegen sie im Markt? Ein Wert ist immer eine Momentaufnahme. Deshalb ist eine Bewertung, die zwei Jahre alt ist, keine Bewertung mehr - und deshalb schauen wir bei jeder Einschätzung nach, was in den letzten Monaten tatsächlich beurkundet wurde.
Wer den Wert kennt, verhandelt anders - und verkauft schneller.
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